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Sagen Sie »mir,Bwana Ruben«, begann Bwana Forodha und
hoffte, dass sich genug Wahrheit zusammenkratzen ließ, um
diesen Fall abzuschließen, »wessen Baby ist das eigentlich?
In'Wahrheit?«
»In Wahrheit?« fragte Ruben gleichmütig nach. »Zum
hundertsten, zum millionsten Male? Das ist das Baby meiner
Frau.«
Kimberly blickte zornig auf, und Bwana Forodha fragte ihn: »Das
Baby ihrer Frau?« »Und meins natürlich.«
»Und Ihres?« Hatte er da womöglich eine Spur Unsicherheit in
Rubens Stimme bemerkt? »Es ist unser gemeinsames Kind«, gab
Rüben zu Protokoll. »Ihr gemeinsames Kind also?« »Es ist unser
Kind, klar? Unser Kind.«
Bwana Forodha sah vom einen zur anderen und versuchte
verzweifelt, die beiden zu verstehen. Wie konnten sie darauf
hoffen, ihn hinters Licht zu führen, wenn sie nicht mal eine
überzeugende Geschichte parat hatten?
Er schob seinen Offiziersstock zurück unter die Achsel und langte
in seinem Hemd nach ihren Reisepässen.
»Hier ist kein Baby eingetragen«, verkündete er triumphierend
und schwenkte die Pässe.
»Das liegt daran, dass es erst vergangene Nacht auf die Welt
gekommen ist«, erklärte Rüben.
»Vergangene Nacht?«
»Ja, vergangene Nacht.«
Er hob sein Klemmbrett auf und begann zu schreiben.
»Geboren: vergangene Nacht.« Er schrieb das auf und schaute
dann auf, um zu fragen: »Von Ihrer Frau?«
»Von meiner Frau.«
»Von dieser Frau?«
»Ich hab nur eine Frau.«
Das Buschbaby Peter Hammer Verlag 2007
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Afrikanische Komödie vom populärsten Autor Kenias Meja Mwangi
• Das Buschbaby, Roman
Aus dem Englischen von Thomas Brückner
ca. 260 S., geb. ca.€ 19,90 (D), 20,50 (A)*, sFr 33,80
ISBN 978-3-7795-0153-4
Unverbindliche Preisempfehlung Meja Mwangis Roman um zwei vertauschte Neugeborene liest sich wie das Drehbuch zu einer intelligenten afrikanischen Komödie. Fragen Sie Ihren Vertreter nach einem persönlichen Leseexemplar!
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"Die Folgen einer Verirrung im Busch"
"Das Buschbaby" von Meja Mwangi, eine Rezension von Melanie
Friedli
Es ist schon erstaunlich, dass ein Afrikaner über eine US- amerikanische Frau
schreibt, die, obwohl sie soeben Mutter geworden ist, rein gar nichts mit ihrem Kind
anzufangen weiss und die Sorge um das Neugeborene ihrem Mann, der schliesslich
für das Übel verantwortlich ist, überlässt. Meja Mwangi spricht ein Thema an, das
immer noch ein Tabu ist: Nicht jede Frau, wenn sie Mutter wird, hat auch
Muttergefühle.
Mit sehr viel Witz und Verständnis erzählt er über das Schicksal einer Frau, die
ungewollt schwanger wird und mit dem Baby einfach nichts anzufangen weiss. Dabei
stellt er gleichzeitig, jedoch ohne es explizit zu erwähnen oder es anzuprangern, die
Geschlechterrollen in Frage.
Sehr viel Situationskomik und treffende Dialoge finden sich in diesem Buch, das
man, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand geben möchte. Spannend ist das
Buch auch, weil man nicht weiss, ob das weisse Pärchen es schafft, einem
Zollbeamten klarzumachen, dass das Neugeborene, das sie mit sich führen und
ihnen so gar nicht gleicht, tatsächlich ihr Baby ist und sie es nicht gestohlen haben
und über die Grenze bringen wollen. Werden sie dies vor der Ankunft der
benachrichtigten Polizisten schaffen?
Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen, da ich unbedingt wissen wollte, wie die
Geschichte endet. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und kann dieses Buch
nur weiterempfehlen.
Das Abenteuer dieses Paares ist übrigens verknüpft mit dem Abenteuer von Toma
Tomei und Grace, das Paar, um das es im Buch „Happy Valley“, erschienen 2006,
ging.

