| MEJA MWANGI Happy Valley |

| MEJA MWANGI "Happy Valley" |

Angela Schader
Mwangis Kurzroman «Happy Valley» klar verteilt. Auf der kleinen Krankenstation im abgelegenen kenyanischen Happy Valley schwingen zwei gewitzte Oberschwestern unter gelegentlicher Zuhilfenahme eines faktisch längst verstummten Telefons das Zepter, während der leitende Arzt die wenig einträgliche Menschenliebe aufgekündigt hat und sich nun in Nairobi um die «grossen Tiere» kümmert. Die Männer von Happy Valley freilich - ein wuselnder, mit Weisheit nicht eben gesegneter Menschenschlag, der erst einmal zum Zauberheiler rennt, wenn es Probleme zu lösen gilt - merken nicht, was die Glocke geschlagen hat: Da kann einer die prächtigste Gattin, die strammsten Töchter sein eigen nennen - und ist doch kein rechter Mann (und damit auch nicht zur Regentschaft berechtigt), wenn er keinen Buben hinkriegt. Was aber ist zu tun, wenn der lang ersehnte Spross sich mit elfenbeinweisser Haut und strahlend grünen Augen präsentiert? - Wie Toma Tomei, der unglückliche Vater, mit seinem aus der Art geschlagenen Stammhalter, setner charakterstarken Frau und seinen politischen Ambitionen mehr schlecht als recht zu Rande kommt, schildert Meja Mwangi in dem beschwingten Ton, zu dem ihn schon die energische Heldin seines 1997 erschienenen Romans «Die achte Plage» inspiriert hatte: In einer Zeit, da Afrikas Literaturschaffenden das Lachen mehrheitlich vergangen ist, bringt diese vergnügte Caprice eine unverhoffte und nicht unwillkommene Botschaft.
Thomas Brückner. Peter-Hammer-Verlag, Wuppertal 2006. Neue Zürcher Zeitung, 13. Mai 2006, Ressort Feuilleton |
Ein liebevoller fröhlicher Roman Als Grace ihr zehntes Kind auf die Welt bringt, fällt im kleinen ostafrikanischen Krankenhaus die Elektrizitätsversorgung aus. Oberschwester Nacht gelingt es trotzdem, die Geburt glücklich zu beenden, und Grace ist äusserst zufrieden, da das Baby ein Junge ist. Der erste Junge, den ihr grantiger Mann Toma dringend benötigt, weil er Chief seines Clans werden will. Und dies ist erst nach der Zeugung eines männlichen Nachkommens möglich. Allerdings hat das Neugeborene einen optischen Haken: Es ist weiss und hat grüne Augen. Dies ist ein Affront, wenn auch nicht klar, aus welcher Richtung: Ist Hexerei im Spiel, oder war Grace gar untreu? Und was wäre schlimmer? Meja Mwangi schuf mit "Happy Valley" einen liebevollen, fröhlichen Roman, voller trockenen Humors. Er verpackt die alltägliche afrikanische Tragik gekonnt in Nebensätze; erst einige Sekunden später erreicht den Lesenden das Entsetzen, wenn er realisiert, was er da vernommen hat: Der einzige Arzt des Krankenhauses hat sich vor Jahren davongeschlichen und dabei die Solaranlage mitgehen lassen. Und das einzige Telefon des Krankenhauses ist nicht verbunden - die Leitungen hören nach der Gebärstation einfach auf und hängen ins grosse Nichts. Trotzdem telefonieren Oberschwester Tag und Oberschwester Nacht mit nicht vorhandenen Ärzten in Nairobi, wenn ein Patient grosse Schmerzen erleidet und sie nicht mehr weiterwissen. Offenbar ist der Placebo-Effekt in Afrika noch wirkungsvoller als im konsumüberladenen Europa. Den Druck des Klans, den Mann-Frau-Konflikt, die Schwierigkeit der Geschlechter, sich im heutigen afrikanischen Alltag zu positionieren, beschreibt Meja Mwangi unterhaltend, mit Feingefühl, leichter Ironie doch einem spürbaren Respekt vor den Traditionen seiner Heimat. Seine Hauptfiguren sind die wohl echten Heldinnen des afrikanischen Alltags: Die Frauen, die selbst heute noch Unglaubliches leisten müssen; dies auch tun - und zwar lächelnd. - Bea Berczelly |
| (c) Copyright 2007 by HM Inc. + Meja Mwangi |
| ISBN 3 7795 0051 5 |
| Happy Valley Peter Hammer Verlag 2006 |

| Ein Dank an den Autor für seine Schreibe - und insbesondere auch an den Peter Hammer Verlag. Denn es gehört in der heutigen Zeit Mut dazu, den Kurs zu halten und gute (und wichtige) Bücher auf den Markt zu bringen. Das ist leider nicht mehr selbstverständlich.Und Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser empfehle ich nur eines: Kaufen, lesen .... Sie werden begeistert sein. - Uli Klinger, Neue Rheinische Zeitung |
| (c) Copyright 2007 by HM Inc. + Meja Mwangi |
| EUR. 16.90 |
| CHF. 30.90 |

| "ALONE" Pastels by Bonsalles |