
Ein liebevoller fröhlicher Roman
Als Grace ihr zehntes Kind auf die Welt bringt, fällt im kleinen
ostafrikanischen Krankenhaus die Elektrizitätsversorgung aus.
Oberschwester Nacht gelingt es trotzdem, die Geburt glücklich
zu beenden, und Grace ist äusserst zufrieden, da das Baby ein
Junge ist. Der erste Junge, den ihr grantiger Mann Toma
dringend benötigt, weil er Chief seines Clans werden will. Und
dies ist erst nach der Zeugung eines männlichen
Nachkommens möglich. Allerdings hat das Neugeborene einen
optischen Haken: Es ist weiss und hat grüne Augen. Dies ist
ein Affront, wenn auch nicht klar, aus welcher Richtung: Ist
Hexerei im Spiel, oder war Grace gar untreu? Und was wäre
schlimmer?
Meja Mwangi schuf mit "Happy Valley" einen liebevollen,
fröhlichen Roman, voller trockenen Humors. Er verpackt die
alltägliche afrikanische Tragik gekonnt in Nebensätze; erst
einige Sekunden später erreicht den Lesenden das Entsetzen,
wenn er realisiert, was er da vernommen hat: Der einzige Arzt
des Krankenhauses hat sich vor Jahren davongeschlichen und
dabei die Solaranlage mitgehen lassen. Und das einzige
Telefon des Krankenhauses ist nicht verbunden - die
Leitungen hören nach der Gebärstation einfach auf und
hängen ins grosse Nichts. Trotzdem telefonieren
Oberschwester Tag und Oberschwester Nacht mit nicht
vorhandenen Ärzten in Nairobi, wenn ein Patient grosse
Schmerzen erleidet und sie nicht mehr weiterwissen. Offenbar
ist der Placebo-Effekt in Afrika noch wirkungsvoller als im
konsumüberladenen Europa.
Den Druck des Klans, den Mann-Frau-Konflikt, die Schwierigkeit
der Geschlechter, sich im heutigen afrikanischen Alltag zu
positionieren, beschreibt Meja Mwangi unterhaltend, mit
Feingefühl, leichter Ironie doch einem spürbaren Respekt vor
den Traditionen seiner Heimat. Seine Hauptfiguren sind die
wohl echten Heldinnen des afrikanischen Alltags: Die Frauen,
die selbst heute noch Unglaubliches leisten müssen; dies auch
tun - und zwar lächelnd.
Bea Berczelly


HM Productions Intl. All Rights Reserved
|
copyright 2008 by HM Entertainment Inc.
|


»Ein Junge aus Kenia: Kariuki. Ein Junge aus England:
Nigel. Zwei Welten treffen aufeinander. Die eine ist
schwarz wie die Nacht im Dschungel, die andere weiß wie
das Hemd unterm Tweedanzug. Stoff für eine
Schwarz-Weiß-Ge-schichte voll praller Exotik, wäre da
nicht der Alltag. Und der ist eben nicht schwarz oder
weiß...
Kariuki, der Erzähler, hat seine liebe Not mit Nigel. Der will
einfach nicht verstehen, dass alle Gesetze sein Großvater
schreibt, dass der Fluss, das Wasser, die Fische, eben
alles, dem Großvater gehören. Die heimlichen Treffen der
beiden geraten zu zärtlichen, gelegentlich komischen, ja
manchmal grotesken Annäherungen zweier Welten. Nigel
berichtet Kariuki >von einem afrikanischen weißen Mann
namens Tarzan, der mit den Affen auf den Bäumen lebte
und der König des Dschungels sek Kariuki dagegen kennt
nur einen König des Dschungels: Old Moses, das
Warzenschwein ...
>Kariuki und sein weißer Freund< ist ein Buch, das man
jedem ans Herz legen möchte.«
(Brigitte Jakobeit in: Die Zeit)
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis
Ben schlägt sich auf der Baustelle als Hilfsarbeiter
durch und kümmert sich um Winis Sohn Baby. Wini
verdient ihr Geld als Schreibkraft - und zwischendurch
auch in den Bars. Sie lieben sich heiß, aber wer in der
River Road keinen kühlen Kopf behält, geht unter.
Vielleicht, denkt sich Wini, ist es doch besser, mit dem
weißen Chef durchzubrennen?
Dieser Roman ist turbulent und hart wie die glitzernde
Metropole, wo Wolkenkratzer und Wellblechhütten
dicht beieinanderliegen, wo das Ideine Glück im
Überlebenskampf nicht länger anhält als ein Glas Bier.
»Dieser Roman ist reich an Farbe, Realismus und Witz.
Kaum einer der Stadt-Romane der neuen Literatur
Afrikas reicht an ihn heran.«
Frankfurter Rundschau
Die deutsche Erstausgabe erschien im Peter Hammer
Verlag, Wuppertal.
Unionsverlag Taschenbuch
»Schweigend saßen sie da und sahen zu, wie der Tag
anbrach, gefangen von jenem magischen Augenblick
der Savanne, wenn die Finsternis zu Licht zerschmilzt.
Dies war Wildererland, ungezähmt und einsam.
Sobald die Wilderer ein Fahrzeug oder einen
Helikopter sahen, konnten sie wie Chamäleons mit
der Savanne verschmelzen, völlig eins werden mit der
Natur. Aus der Luft waren sie nicht zu entdecken. Der
einzige Weg, sie zu fassen, war der
Überraschungsangriff.«
Ist der Griff der Mafia auf Kenia noch zu stoppen? Die
beiden Ranger Kimathi und Burkell nehmen den
Kampf mit den Wilderern auf und erkennen, dass
deren Hintermänner nicht nur hinter Elfenbein her
sind.
Meja Mwangi, einer der markantesten Schriftsteller
Afrikas, zeigt einmal mehr, was für ein mitreißender
Erzähler er ist.
REZENSIONEN